Ecuador Discover
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Bergnebelwald in der Ostkordillere Ecuadors
Bergnebelwald in der Ostkordillere
Urwald
Urwald
Urwaldstrasse
Bootsfahrt im Urwald

Waldformen im Oriente (Amazonasgebiet)

Bergnebelwald Ostkordillere

Auf der Ostseite der Ostkordillere Richtung Amazonas-Tiefland herrscht zwischen 1.000 bis 3.000 m der artenreichste Vegetationsgürtel von Ecuador vor, der immergrüne Bergnebelwald. Einen ähnlich reichen Pflanzengürtel gibt es auch in der Westkordillere der Anden Richtung Pazifik (z. B. Hotspot Mindo). Typische Vertreter der Pflanzenwelt des tropischen Bergwaldes sind lorbeerblättrige Bäume. Des Weiteren findet man in dieser Region eine unglaubliche Anzahl von Epiphyten, Bromelien, Orchideen, Farnen, Moosen und Flechten. Farbenfrohe Blütenpflanzen wie Begonien, Fuchsien, Bomareas und Orchideen leuchten dazwischen auf. Zahlreiche farblich attraktive Vogelarten, wie Kolibris, Trogone, Tangare und Tukane sind hier anzutreffen. Schmetterlinge, Frösche und Reptilien finden Im Bergnebelwald ihr Habitat. Zur Erkundung des Bergnebelwaldes können Sie zwischen einfachen und behaglichen ökologischen Lodges wählen, auch in der Nähe von Quito. Mit zunehmender Gebirgshöhe verschwinden die Bäume (Podocarpus-Arten) und die Niederschläge nehmen ab – Bartflechten treten an Stelle der Moose auf. Mit Erreichen der Baumgrenze tritt man in die sogenannte Zwergwaldzone ein, welche im Wesentlichen aus Grasbüscheln, Zwergsträuchern und Polsterpflanzen besteht.

Fotos Bergnebelwald (Ecuador)

Reiseberichte Bergnebelwald (Ecuador) 

 

Regenwald im Amazonas-Tiefland

Das Amazonasgebiet von Ecuador, auch der Oriente genannt, breitet sich am Fuße der östlichen Andenkette aus. Die Region ist ca. 100.000 km² groß und äußerst dünn besiedelt. Infolge des 1941/42 verlorenen Krieges gegen Peru musste Ecuador ein 200.000 km² großes Amazonasgebiet (40 % der damaligen Landesfläche) an das südliche Nachbarland Peru abtreten. Ecuador verlor damit den Zugang zum Amazonas, allerdings stand dieses Gebiet zuvor nie unter effektivem staatlichem Einfluss. Der Oriente lässt sich in die dicht bewaldeten Ausläufer der Anden mit den drei Vulkanen Sumaco, Pan de Azúcar und Reventador, die Subkordillere Galeras-Napo sowie die tiefer gelegene (unter 400 m) und flache Amazonasebene unterteilen. Alle Flüsse des Oriente sind Zuflüsse des Amazonas. Die wichtigsten von ihnen sind der 850 km lange Napo, der Coca, der Pastaza, die Grenzflüsse zu Kolumbien Putumayo und Aguarico. Das Klima der Region ist feuchtheiß tropisch.

Bis vor 30 Jahren war der Oriente weitgehend unerschlossen und damit auch ein unzugängliches Gebiet. Heute gibt es, aufgrund einer rasanten Entwicklung, Straßen, die zum Teil sehr gut ausgebaut sind, sowie Flugplätze, die Dörfer und Städte des Oriente mit der Sierra verbinden. Großflächige Monokulturen (Tee- und Zuckerrohrplantagen, afrikanische Ölpalmen), Viehzucht und vor allem die Erdölförderung sind die wichtigsten Wirtschaftszweige dieser Region und bescherten ihr einen Bevölkerungszuwachs.

Folgende indigene Völker leben im Regenwald des Oriente: Kichwa (del Oriente), Cofán, Secoya, Siona, Shuar (ehemals gefürchtete Schrumpfkopfjäger), Zápara, Quichua und die Achuar (nahe Verwandte der Shuar).

 

Aufenthalte und Flusskreuzfahrten im Urwald

Mehrtägige Urwaldprogramme in Öko-Lodges (von einfach bis hochwertig) erschließen Ihnen eine der attraktivsten Natur-Regionen Ecuadors. Die Lodges befinden sich in den unberührten Nationalparks Yasuní und Cuyabeno wie auch in anderen Gegenden des Regenwaldes. Alternativ können Sie bei Flusskreuzfahrten vom Hausboot aus den Urwald zu Wasser und zu Land zu erkunden.

Fotos Regenwald Amazonas-Tiefland (Ecuador)

Reiseberichte Regenwald (Ecuador)
 


Reservate und Sehenswertes im Regenwald (Oriente)

Naturreservat Cuyabeno

Die Reserva de Producción de Fauna Cuyabeno (gegründet 1979; umfasst seit 1994 ca. 665.800 ha) liegt im Nordosten von Ecuador in der Provinz Cucumbíos zwischen dem Río Napo und den Grenzen zu Kolumbien und Perú. In der Sprache der Ureinwohner bedeutet Cuyabeno Land zwischen Wasser. 14 kleine, in Regenzeiten stark anschwellende Schwarzwasserlagunen und ein feinadriges Flusssystem, dessen Hauptläufe der Río Aguarico und der kleinere Río Cuyabeno bilden, bestätigen den Namen. Mehrere ecuadorianische indigene Stämme leben inner- und außerhalb des Reservates, wie Siona, Cofanes, Huaorani, Secoyas, Quichua und Shuar. Palmen, Bromelien, Ceibos, Helikonien, Macrolobium (leguminöser Baum, der in Lagunen wächst) und eine Vielfalt an Orchideen bestimmen die artenreiche Vegetation des Urwaldes. Viele Pflanzen, Sträucher und Bäume werden von den Ureinwohnern medizinisch genutzt. 240 verschiedene Baumsorten, daneben über 560 verschiedene Vogelarten und über 350 verschiedene Fischarten machen das Reservat zu einem der artenreichsten Urwälder der Erde! Über 100 Säugetierarten verstecken sich hier im Unterholz: Puma, Jaguar, Ozelot, Wasserschwein, Tapir und Riesengürteltier und 10 Affenarten. Außerdem tummeln sich Flussdelfine, 4 verschiedene Kaimanarten, Wasserschildkröten, Seekühe und Anakondas. Um das Naturschutzgebiet hautnah zu erleben, bietet sich zum Beispiel unser Baustein Siona-Urwaldlodge an.

 

Parque Amazónico

Der Parque Amazónico liegt auf einer Flusshalbinsel am Zusammenlauf der Flüsse Tena und Pano in Ecuador. Außer einem Mini-Zoo beeindrucken den Besucher ein reichhaltiges Vogelleben, verschieden Orchideen, Urwaldbäume in allen Größen und schöne Aussichtsplateaus (Fernglas nicht vergessen!).

 

Cuevas de Jumandí

Der berühmte Krieger und Anführer Jumandí, der Gran Cacique de Guerra der vereinigten Stämme der Quìjos, ist Namensgeber der gleichnamigen Cuevas de Jumandí. Der Tropfsteinhöhlenkomplex, 15 km nördlich von Tena, besteht aus drei verschiedenen Höhlen, wobei eine davon begehbar ist und von Touristen besucht wird. Es sei jedoch ausdrücklich davor gewarnt, dies auf eigene Faust zu tun! Stalaktiten, Wasser und enge Wände des mächtigen Höhlenlabyrinthes haben schon manchem Touristen Respekt eingeflößt!

 

Tena

Am Zusammenfluss von Río Pano und Río Tena liegt in der Hauptstadt der ecuadorianischen Provinz Napo die ca. 11.000 Einwohner zählende Stadt Tena, die sich v. a. als Ausgangsort für Dschungeltouren einen Namen gemacht hat. Der obere Río Napo ist ein exzellentes Rafting- und Kajakgebiet mit herrlichen Touren sowohl für Profis als auch für Einsteiger.

 

Parque Nacional Suamco-Napo-Galeras

Der Parque Nacional Suamco-Napo-Galeras (205.000 ha) liegt ca. 40 km nördlich von Tena und ist Teil eines neugeschaffenen, insgesamt 996.00 ha großen Biosphärenreservates. In den extrem niederschlagsreichen Regen- und Nebelwäldern leben Tapire, Brillenbären, Faultiere, Affen, Pumas, Wildschweine Gürteltiere u. v. m. (insgesamt wurden bis dato über 80 Säugetierarten klassifiziert, davon 28 Fledermausarten). Daneben sind dort 450 Süßwasserfischarten sowie 36 Reptilien- und 31 Amphibienarten beheimatet. Zudem können 654 Vogelarten, darunter Soldaten-, Rotbugara- und Kobaldflügelsittiche, den Parque Nacional Suamco-Napo-Galeras als ihr Zuhause schätzen. Unzählige Schmetterlinge schillern im Dickicht des Urwaldes, in dem mehr als 6.000 Pflanzen- und über 300 Orchideenarten beheimatet sind. Zugang zum Nationalpark Sumaco ist die Wild-Sumaco-Lodge, ein Hotspot zur Vogelbeobachtung.

 

Nationalpark Yasuní

Der Nationalpark Yasuní ist 9.820 km² groß und liegt zwischen den Flüssen Napo und Curaray in den Provinzen Napo und Pastaza, nur 250 km von Quito entfernt. Man findet im Nationalpark einen einzigartigen intakten Urwald mit einer einzigartigen Flora und Fauna vor. Der Park wurde 1989 von der UNESCO zum Biosphärenreservat erklärt – dem größten und wichtigsten in Ecuador. Das Umweltministerium hat im Park 638 Vogelarten und 170 verschiedene Säugetiere spezifiziert (mehr als 50 % der Fauna von Ecuador). Man unterteilt den Dschungel in drei Kategorien: den Tierra Firme, die Varzea- und die ständig überflutete Igapó-Urwaldzone. Das Gebiet gehört zum Territorium der Huaorani und ist Rückzugsgebiet für den Teil des Volkes, der vor der Ausbreitung der westlichen Zivilisation zurückgewichen ist. Die ehemals nomadischen Huaorani (gesprochen Wao-Rani; bedeutet Volk oder Mensch) sind weitgehend sesshaft geworden, allerdings leben fünf Gemeinschaften noch immer ohne Kontakt zu anderen als Nomaden, indem sie sich immer weiter ins Amazonastiefland zurückgezogen haben. Die Geomorphologie des Parks ist gekennzeichnet durch die endlose Aufeinanderfolge kleiner Hügel, die im Laufe der Jahrtausende von den Flüssen geformt wurden. Der Park ist der natürliche Lebensraum für zahlreiche Tiere und Pflanzen. Auf einem Hektar findet man 200 Baumarten. Der Nationalpark wird von den Flüssen Napo, Yasuní, Tiputini, Nashiño, Cononaco und verschiedenen Armen des Curaray im südlichen Teil durchzogen. Es treten zwei unterschiedliche Wasserarten auf, Schwarz- und Weißwasserfluss, wovon jeder seine eigene Flora und Fauna entwickelt hat. Bevorzugte Lodges im Nationalpark Yasuní sind das Napo Wildlife Center NWC und die Sani Lodge.  

Napo Wildlife Center: Das Napo Wildlife Center (NWC-Lodge) ist ein einzigartiges ökologisches Projekt, das zusammen mit der indigenen Kommune Añangu versucht, die faszinierende Natur des Nationalparks Yasuní zu schützen. Ein Besuch in der NWC-Lodge trägt dazu bei, die Quichua-Kommune Añangu in ihren Bemühungen zu unterstützen und den Yasuní als intakten Nationalpark zu erhalten. Die Führer sind wahre Meister darin, Tiere und seltene Pflanzen aufzuspüren. Aufgrund der geringen Größe der Lodge ist eine frühzeitige Anmeldung unbedingt erforderlich. Highlights sind der 40 m hohe Observatory Tower (Aussichtsturm), eine Lagune, Kanäle und Primärwald direkt vor der Lodge, zahlreiche Affen- und Vogelarten, Riesenotter, Kaimane, Arapaimas (Knochenzüngler-Fisch), Anakondas sowie 2 Papageienlecken.

Flotel Manatee: Eine etwas andere Art der Erkundung bietet sich auf dem Hausboot Flotel Manatee (27 m lang, max. 30 Personen) an, das unter anderem entlegene Nebenflüsse und Lagunen am Río Napo und Río Aguarico ansteuert. Sie schlafen an Bord und tauchen in immer neue Regionen des Amazonasgebietes ein! Während der Reise steht den Gästen ein qualifizierter Naturführer mit Rat und Tat zur Seite. Wegen der begrenzten Kapazität des Flotels und der wechselnden Wasserstände der Flüsse empfiehlt es sich, sich rechtzeitig anzumelden.

 

Nationalpark Sangay

Der Sangay-Nationalpark (517.725 ha; gegründet 1979 und seit 1983 zum Welterbe der UNESCO gehörend), liegt an der östlichen Gebirgskette der Anden. Im Nationalpark, der auf einer Höhe von 900 bis 5.319 m liegt, herrscht ein subtropisches Klima mit Temperaturen von bis zu 26 °C. Vor. Hier gibt es drei Vulkane: den namensgebenden Sangay, den Tungurahua und den Altar. Die Tierwelt weist seltene Tiere auf wie Tapire, Brillenbären und Andenkondore. Darüber hinaus gibt es mehr als 300 Seen und Lagunen. Der Park umfasst Teile der Provinzen Cañar, Tungurahua, Chimborazo und Morona Santiago. Kartenmaterial für dieses Gebiet ist kaum brauchbar, deswegen kann dieses Gebiet nicht ohne Führer begangen werden.

Laguna Grande
Laguna Grande in Cuyabeno
Nationalpark Sangay
Nationalpark Yasuní Ecuador
Nationalpark Yasuní