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Länder-News Ecuador: Neuigkeiten und Aktuelles aus Ecuador

Hier finden Sie aktuelle News und interessante Neuigkeiten aus Ecuador.

08.02.2019

Caecilia pachynema - das „Alien-Amphibium“ aus den Wäldern Ecuadors

Provinzen El Oro und Azuay. In den Wäldern im Südwesten Ecuadors lebt auf 1200- 2110 m ü. NN eine der wohl bizarrsten Amphibienarten der Erde.

Auf den ersten Blick wirkt die „Cecilia gigante“ wie ein außergewöhnlich langer und dicker Wurm. Öffnet sie jedoch ihr Maul, wähnt man sich einer Figur aus einem Horrorfilm gegenüber. Lange Zähne präsentieren sich dem Betrachter des Tieres, bei dem es sich keineswegs um einen Wurm, sondern um ein sehr seltenes und kaum bekanntes Amphibium handelt. Das Tier hat wie alle anderen Amphibien Wirbel, einen Schädel und Zähne. Der wissenschaftliche Direktor von Tropical Herping Alejandro Arteaga erklärt, dass das Tier in den ecuadorianischen Provinzen El Oro und Azuay beheimatet ist. Trotz seines beängstigenden Aussehens dem das Tier den Beinahmen „Alien-Amphibium“ verdankt, ist es für den Menschen vollständig harmlos. Die großen Tiere leben unter der Erde und fressen Würmer und Insektenlarven. Sie sind aufgrund ihrer Lebensweise extrem schwer zu finden und auch ihr Verhalten ist weitestgehend unbekannt. Vor zwei Wochen gelang es Forschern, eines der Tiere in der Nähe des Reservats Buenaventura der Jocotoco Foundation bei der Überquerung eines Baches zu fangen. Diese Leistung ist umso bemerkenswerter, da die Tiere durch ihre extrem rutschige Haut beinahe unangreifbar werden. Sie fotografierten das Tier zu dokumentationszwecken und für ihre Auflistung der 10 seltensten Amphibienarten Ecuadors. Durch die Zerstörung ihres Lebensraumes und ihr Auftreten in nur wenigen Waldgebieten sind sie vom Aussterben bedroht. Die Jocotoco Conservation Foundation und der Rain Forest Trust bemühen sich um den Schutz der Tiere, indem sie im Nebelwald nahe dem Reservat Buenaventura weitere Grundstücke kaufen und unter Schutz stellen wollen. Die „Caecilia gigante“ ist nur eine von mehreren Arten der Familie der Caecilidae, über deren Lebensweise nur wenig bekannt ist und die vor allem in Mittel- und Südamerika beheimatet sind.

Quelle: El Comercio Foto: Cortesía Alejandro Arteaga/ Tropical Herping


30.01.2019

Die Andengemeinde Muyurku treibt ökologische Landwirtschaft vorran

Muyurku. Die Gemeinde Muyurku im Norden des Kantons Cayambe entwickelt ein Konzept zur ökologischen Bewirtschaftung und Vermarktung von Lebensmitteln, Gewürzkräutern und Medizinpflanzen. Die vorwiegend indigene Bevölkerung der Region versucht so nicht nur die Wirtschaft zu stärken, sondern auch ihr traditionelles Wissen zu bewahren.

Die „Asociación de Desarrollo Comunitario Aromas del Cayambe“ wurde vor 5 Jahren von ca. 20 Hausfrauen gegründet und widmet sich der ökologischen Produktion von Lebensmitteln, Gewürz- und Heilkräutern. In der Region werden auf ca. 2900 bis 3000 m ü. NN Lebensmittel wie Bohnen, Mais, Weizen und Erbsen, sowie diverse Gewürz-, Heil und Teekräuter angebaut. Die Angehörigen der in der Region vorherrschenden Volksgruppe der Kichwa Kayambi leben vor allem in Kleinstbetrieben von der Landwirtschaft und Viehzucht. Die Leiterin der landwirtschaftlichen Vereinigung Rebeca Andrimba erklärt, dass die meisten der Flächen von Ehepaaren bewirtschaftet werden. Ihre Produkte werden nun bewusst ohne Pestizide oder Dünger und vorwiegend in Handarbeit hergestellt. Ein Teil der Ernte wird für die Ernährung der Familien benötigt, der Rest wird zusammen mit Gewürzen und Kräutern vermarktet. Dafür wurde nun mit Unterstützung der Maquita Cushunchic MCCH Stiftung ein Gebäude mit Lager, Trocknungs- und Verpackungsraum im Zentrum von Muyurku errichtet. In den letzten vier Monaten wurde das Projekt zusätzlich vom Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen unterstützt (Programa de las Naciones Unidas para el Desarrollo PNUD), mit dem Ziel die Abläufe effektiver zu gestalten. Abgesehen von der erhofften Stärkung der örtlichen Wirtschaft ist ein weiteres Ziel, die traditionelle Lebensweise und das Wissen der Bevölkerung über verschiedene Heilpflanzen zu pflegen und zu bewahren.

Quelle: El Comercio


26.01.2019  

Die bis heute erhaltenen Wege der Yumbo-Kultur bergen viele Mythen und Legenden

Yunguilla. Die Yumbo Kultur blühte vor der Herrschaft der Inkas in den Anden Ecuadors und hinterließ ein beeindruckendes Netz an Straßen und 366 anderen archäologischen Fundstätten. Ihre zum Teil bis zu 5 Meter tiefen, culuncos genannten Hohlwege verbanden die Küste mit dem Hochland und wurden vermutlich für den friedlichen Handel genutzt. Heute können Touristen Teile der Wege begehen und dabei vieles über die Mythen und Legenden der Yumbos erfahren. Die Kultur der Yumbos verschwand im 17.Jhd. aus nicht endgültig geklärten Gründen.

Die Yumbos lebten vermutlich von friedlichem Handel und der Landwirtschaft. Ihre Siedlungen sind nicht mehr erhalten, aber ihre aufwändig gebauten Kultstätten und ihre Handelswege kann man bis heute hervorragend besichtigen. Nicht weit entfernt von der bekannteren archäologischen Fundstätte „Tulipe“ liegt das kleine Dorf Yunguilla, einem hervorragenden Ausgangspunkt, um auf den Wegen der Yumbos zu wandern. Hier haben sich mehrere der culuncos genannten Pfade erhalten, so das unterschiedliche Wegstrecken für jeden Fitnessgrad begehbar sind. Die Wege wurden in der Erde versenkt, um den Wandernden vor Wind, Wetter und Sonne zu schützen. Die Wände werden von den Wurzeln einer einheimischen Bambusart stabilisiert und sind von Moosen, Flechten, Bromelien und Orchideen bewachsen. Überschattet werden sie häufig von riesigen Baumfarnen und großen Bäumen, so das der Eindruck eines grünen Tunnels entsteht. Stellenweise hat die Erosion dafür gesorgt, dass sich die Wege bis zu 5 Meter tief in die Erde eingegraben haben. Galindo Parra, der Sprecher des Dorfes Yunguilla, rät vor dem Betreten der Wege die hier begrabenen Yumbos um Erlaubnis zu bitten. Er erzählt auch gerne die Legende des Sacha Runa (Kichwa für Waldmensch), einem Mann mit einem Körper aus moosbedecktem Holz, der die ersten Holzfäller in der Region in Angst und Schrecken versetzt haben soll.  Die Yumbos lebten etwa ab 800 n. Chr. in der Region und verschwanden in der Mitte des 17.Jhds. aus nicht vollständig geklärten Gründen. Untersuchungen legen einen Ausbruch des Vulkans Pinchincha als Grund nahe, die Überlebenden verließen wahrscheinlich die Region und zogen ins Amazonasbecken. Der Eintritt zu den Wanderwegen der Yumbos kostet zwischen 25 und 30 Dollar.

Quelle: El Comercio


25.01.2019 

Das UNESCO Welterbe wird aktiv bewahrt- in Esmeraldas starten Kurse in traditionellem Afro-Ecuadorianischen Tanz, Gesang und Musik

Die nördliche Küstenregion Ecuadors ist geprägt von afroafrikanischen Einflüssen. Die Traditionelle Marimba Musik der Region wurde 2015 von der UNESCO als immaterielles Welterbe der Menschheit deklariert. In Esmeraldas, der Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, widmen sich jetzt engagierte Lehrer dem Erhalt dieses Kulturgutes.

Am 4. Februar starten in der Nelson Estupiñán-Halle im Kulturhaus von Esmeraldas regelmäßige Kurse in traditionellem Tanz und Gesang sowie Unterricht mit den Perkussionsinstrumenten der Region, wie der Marimba, dem Bombo oder dem Conuno. Bisher konnten Kinder die Tradition in Ferienkursen kennen lernen, doch nun soll das Kulturgut effektiver und in täglichen Workshops weitergegeben werden. Die Teilnahme an den Workshops ist kostenlos, die Kursleiter können auf mehr als 20 Jahre an Erfahrung zurückblicken. Der Präsident der „Casa de la Cultura de Esmeraldas“ Yurqui Minota erklärt, dass ein breites Interesse auch durch die Eltern der bisher eingeschriebenen Kinder besteht. Die Schüler sollen in den Kursen alles über die Bedeutung der Liedtexte und der Marimba lernen, angefangen vom traditionellem afro-ecuadorianischen Weltbild bis hin zum Aufbau der Instrumente. Bekannteste Musikgruppe der Region ist die Formation „Tierra Negra Internacional“, die bereits seit dem Jahr 2004 für die afro-ecuadoranische Lebensweise wirbt.

Quelle: El Comercio