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Länder-News Ecuador: Neuigkeiten und Aktuelles aus Ecuador

Hier finden Sie aktuelle News und interessante Neuigkeiten aus Ecuador.

20.03.2019

In der Provinz Esmeraldas hat die Pflege der afro-ecuadorianische Kultur Tradition

Provinz Esmeraldas. Diese nord-westlichste Provinz Ecuadors hat den landesweit größten Anteil an afro-ecuadorianischer Bevölkerung. Hier hat sich eine ganz eigene Kultur entwickelt, die sich viel durch mündliche Überlieferung, Tanz und Musik ausdrückt. Um diese Kultur und die Lebensweise zu erhalten, gibt es seit inzwischen mehr als 18 Jahren verschiedene Gruppen und Schulen, die die unterschiedlichen Tänze, die Musik, den Instrumentenbau und die Lebensweise jungen Schülern und Interessierten näherbringen und die zum Teil auch im Ausland bekannt geworden sind. Die mehr als 15 Gruppen der Region sind seit ca. 3 Jahren unter dem Dach der „Corporación Casa de la Marimba“ vereinigt.

Ein erfolgreiches Beispielprojekt in der gleichnamigen Hauptstadt der Provinz Esmeraldas ist die Schule „Raíces Negras“ (schwarze Wurzeln), die seit über 15 Jahren aktiv ist. Den aktuellen Namen bekam sie 3 Jahre zuvor, als die Lehrer des Projekts beschlossen die Schule auf eigene Faust weiter zu führen, nachdem das Bildungsministerium seine Unterstützung aufkündigte. Das Kursangebot der Schule deckt ein breites Spektrum an afro-ecuadorianischen Kulturgutes ab, wie Kunst, Kultur, Musik, Geschichte und Folklore. Die Leiterin der Initiative Cleopatra Segovia führt nach wie vor stolz ein Register aller ehemaliger Schüler und verfolgt ihren künstlerischen Werdegang. Einige Schüler blieben der Schule von Anfang an treu, wie die talentierte, heute 21-jahrige Naomi Cuellar, die mit gerade 5 Jahren der Schule beitrat oder der heute 22- jährige Estiven Campos, der der Gruppe angehört, seit er 6 Jahre alt ist. Beide sind hervorragende Beispiele der Lehrtätigkeit der Schule. Naomi Cuellar beschäftigt sich mit allen 8 traditionellen Tänzen der Region. Campos legte seinen Schwerpunkt mehr auf traditionelle Musik, wie dem Spielen der Marimba oder der Bombo.

Auch andere Gruppen der Gegend beschäftigen sich erfolgreich mit ihrer Kultur. Die Formation „Presencia Negra“ existiert inzwischen seit 18 Jahren und hat national und international Erfolg. Die 22 Mitglieder der Gruppe setzten sich aus Musikern und Tänzern zusammen. Sie gewannen unter anderem auf dem „15. Festival des afro-ecuadorianischen Tanzes und Musik“ in Esmeraldas, sowie 2005 und 2007 die „goldene Marimba“. Daraufhin wurden sie in zu Auftritten in verschiedene Länder wie Österreich, Deutschland, Kolumbien, Peru und Bolivien eingeladen. Dem Leiter der Gruppe Adison Guisamano, einem Anthropologen, ist die Erhaltung der Kultur besonders wichtig. Die Gruppe beschäftigt sich vor allem mit den Rythmen Caramba, Guabaleña, Chafireña und Canoa. Wissen und Können werden kontinuierlich durch die älteren Mitglieder an die jüngeren weitergegeben. Eine Besonderheit der Gruppe ist der eigene Bau ihrer Instrumente. Dieses Handwerk können die Mitglieder hier erlernen, was auch zum Teil die Kosten der Gruppe finanziert.
Esmeraldas kann auf eine erfolgreiche Vergangenheit zurückblicken, wenn es um die Erhaltung der eigenen kulturellen Identität geht. Doch auch das aktuelle Engagement und das breite Interesse lassen auf eine Fortdauer der zahlrechen Initiativen und Gruppen und damit auf die Erhaltung dieser einzigartigen Kultur hoffen. Die Marimba Musik der Region zählt seit 2015 zum immateriellen Weltkulturerbe der UNESCO.

 

Quelle: El Comercio, Foto: Cortesía Presencia Negra

 


09.03.2019

Die Gemeinden am Chimborazo bieten verstärkt agrarökotouristische Touren über Lamas und Alpakas an

Provinz Chimborazo. An den Hängen des Vulkans Chimborazo gewinnen agrarökotouristische Projekte an Bedeutung, die sich mit der Aufzucht der in den Anden beheimateten Kamelarten befassen - vor allem mit Alpakas und Lamas. Diese beiden Nutztierarten haben bereits seit jeher eine große Bedeutung für die lokale Bevölkerung. In neuerer Zeit kommt nun ein touristischer Aspekt hinzu, der die wirtschaftliche Situation der ländlichen Region deutlich stärkt. Die Touren beinhalten naturkundliche Wanderungen im Páramohochland, Besuche lokaler Sehenswürdigkeiten und schließen mit der Besichtigung der Aufzuchtstätten von Lama und Co.

In den Anden leben mehrere Vertreter der Familie der Kamele (Camelidae)-Alpakas, Lamas, Guanacos und Vicuñas. Die beiden erstgenannten, domestizierten Spezies sind bereits vor Jahrtausenden aus den Wildformen hervorgegangen und besaßen von jeher eine große Bedeutung für die Andenbewohner als Woll- und Fleischlieferant. An den Hängen des Vulkans Chimborazo begann die verstärkte Aufzucht von Alpakas und Lamas vor etwas über 20 Jahren. Der Tierbestand wuchs aufgrund der hohen Nachfrage nach der hochwertigen Wolle in den letzten Jahren stark an. Nach Angaben der Dorfbewohner begann die Zucht der Tiere aus ökologischen Gründen, denn die einheimischen Camelidae tragen deutlich zum Erhalt der einzigartigen Landschaft des Páramo bei. Matilde Masa von der Gemeinde Pulinguí San Pablo erklärt, dass zuerst nur die Wolle der Tiere als wirtschaftlicher Faktor gesehen wurde. Bald wäre ihnen jedoch das große touristische Potential der Tiere klar geworden. „Wir haben festgestellt, dass Touristen, vor allem Ausländer, ein hohes Interesse an unserer täglichen Arbeit auf dem Feld und unserem Alltag haben. Das motivierte uns, Besuche zu unseren Betrieben und Tierzuchten in die Touren einzubauen, um unser Angebot noch attraktiver zu machen“, sagt Olmedo Cayambe, Geschäftsführer des Tourenanbieters Puruhá Razurku. Diese Tourbausteine kosten zwischen 15 und 20 US Dollar und werden in fünf Dörfern der Gemeinden Calpi und San Juan nahe Riobamba durchgeführt. Die kleine Gemeinde Pulinguí San Pablo besuchen durchschnittlich 30 Touristen pro Monat. Die 34-jährige Matilde Masa erzählt, dass sie diese neue Aufgabe erst hätten lernen müssen. Sie mussten die Scheu vor den Besuchern ablegen und lernen, die Abläufe im Umgang mit den Tieren klar zu erklären. Die Tour beginnt im gemeindeeigenen Informationscenter. Dort erzählen die Frauen, wie ihr Leben vor der intensiveren Alpakazucht aussah und sie erklären, welche Bedeutung die Tiere für die Gemeinschaft haben. Anschließend werden die Pferche besichtigt, die Pflege der Tiere und die Schur demonstriert und die Weiterverarbeitung der Wolle erklärt. Die Besucher können die Tiere vorsichtig streicheln, füttern und sogar unter Anleitung eines Community Guides am Scheren teilnehmen. Aus der Wolle ihrer Alpakas stellen die Frauen eine Vielzahl von Kleidungsstücken wie Ponchos, Schals, Mützen und Taschen her. Diese können in einem kleinen Laden erworben werden, in dem der Besuch endet. In Calpi, einer anderen Gemeinde im Umland um Riobamba, haben die Frauen bereits längere Erfahrung mit Besuchern. Hier gibt es inzwischen ein Museum, das den Lamas und Lamaartigen gewidmet ist. Doch auch hier soll sich der Tourismus weiterentwickeln. Im Laufe dieses Jahres soll ein Lamatherapiezentrum eröffnen, das sich an Menschen mit Behinderungen wendet. Der ehemalige Pfarrer von Calpis Pierrik van Dorpe betont, dass es in der Provinz Chimborazo bisher kein derartiges Projekt gäbe. Ärzte empfählen jedoch die therapeutische Wirkung von Tieren, weshalb er hier weiteres touristisches Potential für die Region sähe.

Quelle: El Comercio

 

 


07.03.2019

Galápagos wurde auf der ITB Berlin mit dem ersten Platz der besten 100 nachhaltigen Reiseziele ausgezeichnet

Berlin. In Berlin findet jährlich die führende Tourismusfachmesse (ITB Berlin) statt. Hier wurden nun zum zweiten Mal die Top 100 der „sustainable Destinatons“, der nachhaltigen Reiseziele, gekürt.  In diesem Jahr errangen die Galápagosinseln den ersten Platz in der Kategorie „Green Destinations“ in Amerika.

Die Kandidaten für den „sustainable Destination Awards“ müssen höchste Standards in den Bereichen Qualität, Attraktivität und Nachhaltigkeit im Tourismus erfüllen. Hier konnte Galápagos vor allem in den Bereichen der Tourismusplanung, Nachhaltigkeit, Naturerlebnis, Naturschutz, Artenschutz und Artenvielfalt punkten. Die Auszeichnung wurde am Mittwoch, dem 6. März 2018 von der Tourismusministerin Rosi Prado de Holguín in Berlin entgegengenommen. Doch auch der ecuadorianische Vizepräsident Otto Sonnenholzner und auch der Präsident Lenin Moreno würdigten den Erfolg über Twitter, der die Auszeichnung als „gute Nachrichten für Ecuador“ bezeichnete. Führende Experten internationaler Organisationen zur Förderung des Ökotourismus bewerteten die „verzauberten Inseln“ Galápagos und kürten sie als bestes nachhaltiges Reiseziel in Amerika in der Kategorie „Green Destinatios“. Der zweite Platz ging an die Region Thompson Okanagan in Kanada und der dritte an die Stadt Puerto Natales in Chile.

Quelle: El Comercio

 


28.02.2019

Quitsato: Eine Sonnenuhr „in der Mitte der Welt“ bringt Besuchern die Astronomie näher

Cayambe. Nahe der Kleinsatdt Cayambe in den Anden Ecuadors steht eines der interessantesten Äquatordenkmäler Ecuadors - die Sonnenuhr Quitsato. Hier können Besucher seit 12 Jahren Wissenswertes über das umfangreiche astronomische Wissen der präinkanischen Völker der Region erfahren und live beobachten, was es mit Phänomenen wie der Sonnenwende oder der Tag- und Nachtgleiche auf sich hat.

Cristóbal Cobo, Gründer der Projekts Quitsato erforscht seit Jahren das umfangreiche astronomische Wissen der Völker, die vor der Invasion durch die Inkas nahe der Äquatorlinie in den Anden gelebt haben. Zahlreiche archäologische Fundstätten im Großraum Quito belegen ihr umfangreiches Verständnis der Erdbewegung um die Sonne und anderen astronomischen Phänomenen. Ein Beispiel hierfür ist der Monte Catequilla, eine Fundstätte, die früher ein Zentrum der Astronomie darstellte und direkt auf dem Äquator liegt. Dieses Observatorium wurde wie viele andere der Region von den Kitukaras erbaut. Ihre Sprache ähnelte wohl dem Tsáfiki der Tsáchilas, eine der wenigen vorinkanischen Sprachen, die heute noch gesprochen wird und nicht vom Kichwa (Oder Quechua) der Inkas verdrängt wurde. Aus diesem Grund setzt sich der Name Quitsato aus den Tsáfikiworten „Quitsa“ (Mitte) und „to“ (Welt) zusammen, die Mitte der Welt. Das Monument wurde vor 12 Jahren auf der Äquatorlinie nahe der Stadt Cayambe erbaut und wird von Mitgliedern der dortigen Gemeinde verwaltet. Die Guides sind gut ausgebildet, denn neben Touristen und Schulklassen besuchen auch Geographen und Historiker das Bauwerk. Laut Cobo gibt es keine bessere Möglichkeit, die scheinbaren Bewegungen der Sonne am Himmel zu erklären wie eine Sonnenuhr direkt auf dem Äquator. Sie ist nicht nur in der Lage die exakte Uhrzeit anzugeben, sondern auch das Datum und Phänomene wie die Sonnenwenden im März und September genau zu bestimmen. In der Mitte der Uhr findet sich ein Modell einer Sternkarte, mit deren Hilfe die Guides weiteres astronomisches Wissen vermitteln. Gerne fordern sie Besucher auf, die Lage des Monuments mit modernen Geräten wie dem GPS im Handy zu überprüfen. Es ist wirklich erstaunlich, dass die Menschen vor über 600 Jahren bereits in der Lage waren, die genaue Lage des Äquators zu ermitteln. Quitsato wurde zwar nicht direkt auf einer Fundstätte erbaut, die Lage vieler anderer belegen dies jedoch, ebenso wie die Lage vieler Kirchen. Nach der Invasion durch die Spanier versuchte die katholische Kirche den polytheistischen Glauben der Bevölkerung zu verdrängen, weshalb viele Monumente abgerissen und durch Kirchen ersetzt wurden. Deshalb finden sich auch heute noch entlang des Äquators außerordentlich viele Gotteshäuser, die von der besonderen Lage zum Beispiel durch die Beleuchtung von Heiligenfiguren an bestimmten Tagen profitieren. Quitsato finanziert sich durch einen Eintrittspreis von 2 Dollar und dem Verkauf von Bildungs- und Schulungsmaterial. Das Team hat auch eine Reihe von Globen und Karten erstellt und schlägt aufgrund ihrer Forschungen einen Wechsel der Geoperspektive vor. Demnach sollen Karten nach Osten und nicht wie bisher nach Norden ausgerichtet werden. Es geht in Quitsato aber nicht nur streng wissenschaftlich zu- auch hier werden typische Äquatormythen zelebriert. Beispielsweise soll man nur hier ein Ei mit der Spitze auf einem Nagel balancieren  oder beobachten können, dass die Strudelbildung in ablaufendem Wasser in Abhängigkeit zum Breitengrad steht.

 

Quelle: El Comercio, Foto: Vicente Costales

 


20.02.2019

Auf Galápagos wurde eine als ausgestorben geglaubte Riesenschildkrötenart wiederentdeckt

Isla Fernandina, Galápagosinseln. Die Teilnehmer einer Expedition der Giant Tortoise Restoration Initiative (GTRI) konnten am 17. Februar ihr Glück kaum fassen, als sie tatsächlich ein etwa 100 Jahre altes Weibchen der bis dato als ausgestorben geglaubten Schildkrötenunterart Chelonoidis Phantasticus entdeckten. Das Tier wurde auf die Insel Santa Cruz in eine Quarantänestation gebracht. Eine Genanalyse soll nun für Klarheit sorgen.

Danny Rueda Cordóva, Direktor der Abteilung „Ökosysteme“ des Nationalparks Galápagos bestätigte am 20. Februar im Interview die Entdeckung des ca. 100 Jahre alten Schildkrötenweibchens. Die Unterart Chelonoidis Phantasticus wird seit 1964 vom Internationalen Naturschutzverband (IUCN) offiziell als ausgestorben gelistet, da seit der letzten Sichtung im Jahr 1906 kein Exemplar mehr registriert wurde. Bei Chelonoidis Phantasticus handelt es sich um eine von mehreren Unterarten der Galápagosriesenschildkröte, die auf ihrer jeweiligen Insel endemisch vorkommen. Sie unterscheiden sich optisch vor allem durch Form und Höhe des Panzers. Gefunden wurde das Tier im Zuge einer Expedition auf der Insel Fernandina, die auf der Suche nach Exemplaren der ausgestorbenen Art war. Nun besteht die Hoffnung, dass es noch weitere Individuen der Spezies geben könnte, denn das Tier wurde in einem kleinen, durch vulkanische Lava isolierten Bereich entdeckt, wie es sie auf Fernandina häufiger gibt. Sollte die Entdeckung bestätigt werden, sind weitere Expeditionen geplant. Hoffnung für die Art durch ein Zuchtprogramm besteht jedoch nur, sollte dabei ein Männchen gefunden werden. Die Schildkrötendame wurde auf die Insel Santa Cruz in Quarantäne verbracht. Hier wird sie 6-8 Wochen unter intensiver medizinischer Aufsicht stehen, um Parasitenbefall und ähnliches auszuschließen. Anschließend wird sie in einem Schildkrötenaufzuchtcenter auf Santa Cruz leben. Danny Rueda erklärt, dass die Art bisher anhand einer morphometrischen Analyse identifiziert wurde, das bedeutet anhand der typischen Merkmale des Panzers. Deshalb sei eine DNA-Analyse notwendig, die an einer US-amerikanischen Universität in Auftrag gegeben wurde. Ein Ergebnis wird in 3 Monaten erwartet.

 

Quelle: El Comercio

 


14.02.2019

Das Umland von Quito ist ideal für ein romantisches Wochenende

Quito. Der Valentinstag ist weltweit eine beliebte Gelegenheit, die Liebe zu feiern. Ein romantisches Wochenende zu zweit ist dafür eine wundervolle Idee. Die wunderschöne Andenlandschaft rund um Quito bietet dafür eine Reihe von unvergesslichen Zielen, die auch an jedem anderen Wochenende des Jahres für unvergessliche Momente zu zweit sorgen.

Tourismusexperten zufolge ist die Umgebung von Quito ideal für alle, die einen abgeschiedenen, privaten, friedlichen und entspannten Ort suchen, der schnell von der Stadt aus zu erreichen ist. Hier in den Bergen kann man den Sternenhimmel wunderbar klar beobachten, ideal um bei einem Glas Wein wunderschöne Stunden mit dem Partner zu verbringen. Der Bergführer David Garcá empfiehlt vor allem die heißen Quellen und die wunderschöne Landschaft rund um Papallacta, die ruhige Kraterlagune Quilotoa, den Nationalpark rund um den Vulkan Cotopaxi und das ökologische Reservat Cayame Coca. Diese Orte fördern laut García die Bindung der Paare zur Natur. Die Touristenführerin Silvana Tamayo betont darüber hinaus die leichte Erreichbarkeit dieser Orte ohne großen finanziellen Aufwand. Das Páramohochland der Anden ist ein wunderbarer Ort, um gemeinsame Wanderungen in nahezu unberührter Natur zu unternehmen. García schlägt zum Beispiel eine Tour zur Lagune „Wasserspiegel“ im Canton Quijos nahe Papallacta vor, während der die Wandernden Hasen, Vögel, Enten, Brillenbären, curiquingues (der heilige Vogel der Inkas), Wasservögel, Kolibris aller Farben und mit viel Glück ein Kondor beobachtet werden können. Das ökologische Reservat Cayame Coca lockt darüber hinaus mit einer bunten Blütenvielfalt. Heißwasser Quellen laden zu gemeinsamer Entspannung ein. In Quilotoa kann man gemeinsame Bootstouren unternehmen, vom Aussichtspunkt über der Lagune die Sterne im spiegelnden Wasser beobachten, einen Ausritt unternehmen oder gemeinsam am Kraterrand zelten. Auch fischen kann man in dieser Region. Auf dem Rückweg nach Quito bieten sich einige Zwischenstopps an, wie im Dorf Pujili, das für seine Tänze bekannt ist und Hauptschauplatz für das Fest Corpus Christi ist. Auch Tigua ist einen Besuch wert, um die Maler und Galerien des Ortes zu bestaunen. Im Nationalpark Cotopaxi liegt die wunderschöne Lagune Limpiopungo, die laut Tamayo besonders leicht zu erreichen ist. In ihr spiegelt sich der majestätische Gipfel des Cotopaxi, während im umgebenden Páramo verschiedenste Arten von Vögeln singen. Das Andenhochland bietet eine Vielzahl von verschiedensten Spezialitäten, die zu einem romantischen Dinner einladen, angefangen vom traditionellen, gegrilltem Meerschweinchen, gegrillten Forellen bis hin zu verschiedenen Suppen. Rund um den Nationalpark Cotopaxi findet sich dafür das passende Ambiente, denn hier gibt es viele verschiedene Haciendas, die über das kulinarische hinaus oft auch eine bewegte Geschichte zu bieten haben.  „Die Verbindung mit der Natur bringt die Menschen dazu, verborgene Gefühle und Emotionen auszudrücken, weil sie durch sie sensibler, einfühlsamer und romantischer werden. “ schildert der Bergführer García seine Erfahrungen. Tamayo ergänzt, dass auch die Kälte in den Bergen sehr romantisch sein kann, da sie Paare zusammenrücken lässt.

Quelle: El Comercio


11.02.2019

Die Tsáchilas fördern den Gemeindetourismus und die Erhaltung ihrer einzigartigen Kultur

Santo Domingo de los Tsáchilas. In der Povinz Santo Domingo de los Tsáchilas lebt einer der vielen ethnischen Gruppen Ecuadors, deren Existenz, Kultur und Lebensweise vielen Touristen unbekannt ist: Die Tsáchilas. Nun soll der Gemeindetourismus in der Region gestärkt werden, so dass die Besucher und die Ureinwohner in Kontakt kommen können und die Kultur und Lebensweise der Tsáchilas stärker ins Bewusstsein der Menschen gerückt werden. Ein besonderes Anliegen ist dabei die Bewahrung ihres einzigartigen kulturellen Erbes, denn die Tsáchilas zählen zu den wenigen Volksgruppen, die sich aus der Zeit vor der Invasion durch die Inkas im 15. Jhd. nach Christus erhalten haben.

In Ecuador gibt es eine große Anzahl verschiedenster Ethnien, die alle über eine eigene Sprache und Kultur verfügen. Eine der farbenprächtigsten Trachten der Region ist zweifelsohne bei den Tsáchilas zu finden, der sie ihren Beinamen „Colorados“ die „Bunten“, oder auch die „Rotgefärbten“ verdanken. Sie sind in den Regenwäldern der Westkordillere der ecuadorianischen Anden zuhause. Sie gaben der Region ihren Namen: die Provinz Santo Domingo de los Tsátschilas mit der Hauptstadt Santo Domingo de los Colorados. Die Region ist für Touristen bisher wenig erschlossen. Das soll sich nun mit einigen Gemeindeprojekten ändern. Ziel ist es, die einzigartige Kultur der Tsáchilas zu erhalten und deren Reputation zu verbessern, Besucher und Angehörige dieses Stammes zusammenzubringen und den Ureinwohnern bessere wirtschaftliche Perspektiven zu schaffen. Erreicht werden sollen diese Ziele durch unterschiedliche Maßnahmen. Es wurden 18 naturkundliche Führer vom Ministerium für Tourismus ausgebildet, um auch internationalen Standards der Branche standhalten zu können - dazu zählen unter anderem Grundkenntnisse in Englisch, Erster Hilfe und Konfliktmanagement. Zu diesen gesellen sich noch 11 weitere Guides, die im Kulturzentrum Mishily der Gemeinde Chigüilpe ausgebildet wurden und die sich verstärkt mit dem kulturellen Erbe der Region befassen. Auch die jüngere Geschichte soll dabei nicht vergessen werden. Augusto Calazacón erzählt beispielsweise, wie sein Großvater und sein Onkel in Quito erreichen konnten, dass die Region unter die Verwaltung der örtlichen Gemeinden gestellt wurde. Darüber hinaus werden auch Register von Heilpflanzen und deren traditioneller Verwendung angelegt. Viele der Gemeinden werden schlicht nicht von ausländischen Touristen besucht, weil es an Informationen mangelt. Aus diesem Grund soll aus einem Zusammenschluss der Tsáchilagemeinden von Búa und Chigüilpe die „Ruta del Miya“ entstehen, eine Art Erlebnis- und Informationsroute der Táchilakultur. Symbolkräftig wurden einige Straßenschilder mit Hilfe des Ministeriums für Tourismus ausgetauscht und Straßenamen in der Sprache Tsáfiqui vergeben. Beispiele dafür sind die Straßen Seke Sonachun (gutes Leben), Pemaka Napi (Wasserscheide), Dutenka (Herz des Affenweibchens) oder auch Suyun (Regenbogen).

Quelle: El Comercio


08.02.2019

Caecilia pachynema - das „Alien-Amphibium“ aus den Wäldern Ecuadors

Provinzen El Oro und Azuay. In den Wäldern im Südwesten Ecuadors lebt auf 1200- 2110 m ü. NN eine der wohl bizarrsten Amphibienarten der Erde.

Auf den ersten Blick wirkt die „Cecilia gigante“ wie ein außergewöhnlich langer und dicker Wurm. Öffnet sie jedoch ihr Maul, wähnt man sich einer Figur aus einem Horrorfilm gegenüber. Lange Zähne präsentieren sich dem Betrachter des Tieres, bei dem es sich keineswegs um einen Wurm, sondern um ein sehr seltenes und kaum bekanntes Amphibium handelt. Das Tier hat wie alle anderen Amphibien Wirbel, einen Schädel und Zähne. Der wissenschaftliche Direktor von Tropical Herping Alejandro Arteaga erklärt, dass das Tier in den ecuadorianischen Provinzen El Oro und Azuay beheimatet ist. Trotz seines beängstigenden Aussehens dem das Tier den Beinahmen „Alien-Amphibium“ verdankt, ist es für den Menschen vollständig harmlos. Die großen Tiere leben unter der Erde und fressen Würmer und Insektenlarven. Sie sind aufgrund ihrer Lebensweise extrem schwer zu finden und auch ihr Verhalten ist weitestgehend unbekannt. Vor zwei Wochen gelang es Forschern, eines der Tiere in der Nähe des Reservats Buenaventura der Jocotoco Foundation bei der Überquerung eines Baches zu fangen. Diese Leistung ist umso bemerkenswerter, da die Tiere durch ihre extrem rutschige Haut beinahe unangreifbar werden. Sie fotografierten das Tier zu dokumentationszwecken und für ihre Auflistung der 10 seltensten Amphibienarten Ecuadors. Durch die Zerstörung ihres Lebensraumes und ihr Auftreten in nur wenigen Waldgebieten sind sie vom Aussterben bedroht. Die Jocotoco Conservation Foundation und der Rain Forest Trust bemühen sich um den Schutz der Tiere, indem sie im Nebelwald nahe dem Reservat Buenaventura weitere Grundstücke kaufen und unter Schutz stellen wollen. Die „Caecilia gigante“ ist nur eine von mehreren Arten der Familie der Caecilidae, über deren Lebensweise nur wenig bekannt ist und die vor allem in Mittel- und Südamerika beheimatet sind.

Quelle: El Comercio Foto: Cortesía Alejandro Arteaga/ Tropical Herping

 


30.01.2019

Die Andengemeinde Muyurku treibt ökologische Landwirtschaft vorran

Muyurku. Die Gemeinde Muyurku im Norden des Kantons Cayambe entwickelt ein Konzept zur ökologischen Bewirtschaftung und Vermarktung von Lebensmitteln, Gewürzkräutern und Medizinpflanzen. Die vorwiegend indigene Bevölkerung der Region versucht so nicht nur die Wirtschaft zu stärken, sondern auch ihr traditionelles Wissen zu bewahren.

Die „Asociación de Desarrollo Comunitario Aromas del Cayambe“ wurde vor 5 Jahren von ca. 20 Hausfrauen gegründet und widmet sich der ökologischen Produktion von Lebensmitteln, Gewürz- und Heilkräutern. In der Region werden auf ca. 2900 bis 3000 m ü. NN Lebensmittel wie Bohnen, Mais, Weizen und Erbsen, sowie diverse Gewürz-, Heil und Teekräuter angebaut. Die Angehörigen der in der Region vorherrschenden Volksgruppe der Kichwa Kayambi leben vor allem in Kleinstbetrieben von der Landwirtschaft und Viehzucht. Die Leiterin der landwirtschaftlichen Vereinigung Rebeca Andrimba erklärt, dass die meisten der Flächen von Ehepaaren bewirtschaftet werden. Ihre Produkte werden nun bewusst ohne Pestizide oder Dünger und vorwiegend in Handarbeit hergestellt. Ein Teil der Ernte wird für die Ernährung der Familien benötigt, der Rest wird zusammen mit Gewürzen und Kräutern vermarktet. Dafür wurde nun mit Unterstützung der Maquita Cushunchic MCCH Stiftung ein Gebäude mit Lager, Trocknungs- und Verpackungsraum im Zentrum von Muyurku errichtet. In den letzten vier Monaten wurde das Projekt zusätzlich vom Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen unterstützt (Programa de las Naciones Unidas para el Desarrollo PNUD), mit dem Ziel die Abläufe effektiver zu gestalten. Abgesehen von der erhofften Stärkung der örtlichen Wirtschaft ist ein weiteres Ziel, die traditionelle Lebensweise und das Wissen der Bevölkerung über verschiedene Heilpflanzen zu pflegen und zu bewahren.

Quelle: El Comercio


26.01.2019  

Die bis heute erhaltenen Wege der Yumbo-Kultur bergen viele Mythen und Legenden

Yunguilla. Die Yumbo Kultur blühte vor der Herrschaft der Inkas in den Anden Ecuadors und hinterließ ein beeindruckendes Netz an Straßen und 366 anderen archäologischen Fundstätten. Ihre zum Teil bis zu 5 Meter tiefen, culuncos genannten Hohlwege verbanden die Küste mit dem Hochland und wurden vermutlich für den friedlichen Handel genutzt. Heute können Touristen Teile der Wege begehen und dabei vieles über die Mythen und Legenden der Yumbos erfahren. Die Kultur der Yumbos verschwand im 17.Jhd. aus nicht endgültig geklärten Gründen.

Die Yumbos lebten vermutlich von friedlichem Handel und der Landwirtschaft. Ihre Siedlungen sind nicht mehr erhalten, aber ihre aufwändig gebauten Kultstätten und ihre Handelswege kann man bis heute hervorragend besichtigen. Nicht weit entfernt von der bekannteren archäologischen Fundstätte „Tulipe“ liegt das kleine Dorf Yunguilla, einem hervorragenden Ausgangspunkt, um auf den Wegen der Yumbos zu wandern. Hier haben sich mehrere der culuncos genannten Pfade erhalten, so das unterschiedliche Wegstrecken für jeden Fitnessgrad begehbar sind. Die Wege wurden in der Erde versenkt, um den Wandernden vor Wind, Wetter und Sonne zu schützen. Die Wände werden von den Wurzeln einer einheimischen Bambusart stabilisiert und sind von Moosen, Flechten, Bromelien und Orchideen bewachsen. Überschattet werden sie häufig von riesigen Baumfarnen und großen Bäumen, so das der Eindruck eines grünen Tunnels entsteht. Stellenweise hat die Erosion dafür gesorgt, dass sich die Wege bis zu 5 Meter tief in die Erde eingegraben haben. Galindo Parra, der Sprecher des Dorfes Yunguilla, rät vor dem Betreten der Wege die hier begrabenen Yumbos um Erlaubnis zu bitten. Er erzählt auch gerne die Legende des Sacha Runa (Kichwa für Waldmensch), einem Mann mit einem Körper aus moosbedecktem Holz, der die ersten Holzfäller in der Region in Angst und Schrecken versetzt haben soll.  Die Yumbos lebten etwa ab 800 n. Chr. in der Region und verschwanden in der Mitte des 17.Jhds. aus nicht vollständig geklärten Gründen. Untersuchungen legen einen Ausbruch des Vulkans Pinchincha als Grund nahe, die Überlebenden verließen wahrscheinlich die Region und zogen ins Amazonasbecken. Der Eintritt zu den Wanderwegen der Yumbos kostet zwischen 25 und 30 Dollar.

Quelle: El Comercio


25.01.2019 

Das UNESCO Welterbe wird aktiv bewahrt- in Esmeraldas starten Kurse in traditionellem Afro-Ecuadorianischen Tanz, Gesang und Musik

Die nördliche Küstenregion Ecuadors ist geprägt von afroafrikanischen Einflüssen. Die Traditionelle Marimba Musik der Region wurde 2015 von der UNESCO als immaterielles Welterbe der Menschheit deklariert. In Esmeraldas, der Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, widmen sich jetzt engagierte Lehrer dem Erhalt dieses Kulturgutes.

Am 4. Februar starten in der Nelson Estupiñán-Halle im Kulturhaus von Esmeraldas regelmäßige Kurse in traditionellem Tanz und Gesang sowie Unterricht mit den Perkussionsinstrumenten der Region, wie der Marimba, dem Bombo oder dem Conuno. Bisher konnten Kinder die Tradition in Ferienkursen kennen lernen, doch nun soll das Kulturgut effektiver und in täglichen Workshops weitergegeben werden. Die Teilnahme an den Workshops ist kostenlos, die Kursleiter können auf mehr als 20 Jahre an Erfahrung zurückblicken. Der Präsident der „Casa de la Cultura de Esmeraldas“ Yurqui Minota erklärt, dass ein breites Interesse auch durch die Eltern der bisher eingeschriebenen Kinder besteht. Die Schüler sollen in den Kursen alles über die Bedeutung der Liedtexte und der Marimba lernen, angefangen vom traditionellem afro-ecuadorianischen Weltbild bis hin zum Aufbau der Instrumente. Bekannteste Musikgruppe der Region ist die Formation „Tierra Negra Internacional“, die bereits seit dem Jahr 2004 für die afro-ecuadoranische Lebensweise wirbt.

Quelle: El Comercio